Aszendent Schütze
Ein Reisepass voller Stempel ist ein treffendes Bild für den Schütze: Jeder Stempel markiert eine Grenze, hinter der etwas Unbekanntes begann, und die astrologische Deutung verbindet diesen Aszendenten mit der Freude an solchen Schwellen. Im Schützen gilt der Aszendent, der Aufgangspunkt am , als offener und zuversichtlicher Stil im Umgang mit Neuem. Fremde Orte und unbekannte Menschen können deine Neugier wecken, und wo du neu bist, fragst du oft schon früh danach, was es dort zu lernen gibt. Unterwegs zeigt sich an dir dann vielleicht zuerst dieser Schwung nach vorn und die Lust, gemeinsam aufzubrechen.
Fakten im Überblick
- Element
- Feuer
- Qualität
- Veränderlich
- Polarität
- Yang (Feuer- und Luftzeichen)
- Herrscher
- Jupiter
- Gegenzeichen
- Zwillinge
- Aufgangsdauer in München (48,1° N)
- 2 Std. 27 Min. (10,3 % der Geburten)
- Aufgangsdauer in Frankfurt (50,1° N)
- 2 Std. 29 Min. (10,4 % der Geburten)
- Aufgangsdauer in Berlin (52,5° N)
- 2 Std. 32 Min. (10,6 % der Geburten)
Die Aufgangsdauer ist die Zeit, die das Zeichen braucht, um am östlichen Horizont aufzusteigen. Der Anteil der Geburten setzt voraus, dass sich die Geburten gleichmäßig über den Tag verteilen.
Was es bedeutet
Ums Weiten dreht sich die astrologische Deutung des Schützen, und am Aszendenten wird es zur Bewegung auf Unbekanntes zu, getragen von Unternehmungslust. Eine neue Lage kann für dich zuerst wie eine Einladung wirken, und dein erster Impuls ist dann oft eine Frage: Was gibt es hier zu entdecken, und wozu dient es?
Das Feuer gibt diesem Anfang Antrieb und Tempo; Begeisterung zeigt sich bei dir oft, bevor alles geklärt ist. Die Qualität des Schützen ist veränderlich, und so kannst du einen Plan noch während der Ausführung umstellen, wenn sich ein lohnenderer Weg auftut. Für den Schützen nennt die Tradition Jupiter als . Mit diesem Planeten verbindet sie Vertrauen und Sinnfragen; am Aszendenten kann daraus die Zuversicht werden, dass auch ein unvertrauter Pfad irgendwohin führt. Dazu kommt ein freimütiger Ton: Was du denkst, sprichst du auch unter Fremden gern offen aus, sogar vor Menschen mit mehr Autorität, und was du gerade selbst entdeckt hast, erklärst du anderen oft mit sichtlichem Vergnügen.
Wie es sich zeigen kann
Dein Zelt unter den Lärchen steht noch schief, da gehst du schon zum Nachbarplatz hinüber, wo zwei Leute eine Wanderkarte auf der Motorhaube ausbreiten. Nach ein paar Sätzen hast du sie eingeladen, morgen gemeinsam zu einem Bergsee hoch über dem Tal aufzubrechen, dessen Namen du eben erst auf einem Wegweiser gelesen hast. Dass das Zelt nur deshalb schief steht, weil du zwei Stangen vertauscht hast, erzählst du gleich mit und lachst darüber.
Der Fahrradverleih in einem Dorf auf Sardinien gehört einem Mann, der nur Italienisch spricht, und deine Kenntnisse reichen gerade für Gruß und Dank. Statt dich mit Gesten durchzuschlagen, fragst du ihn nach seiner Lieblingsstrecke ins Landesinnere, zu den Orten, die in keinem Prospekt stehen, flickst deine Sätze mit Wörtern aus drei Sprachen zusammen und bittest ihn, dich zu verbessern, wo du danebenliegst.
Eben ist die Ausstellung im Museum für Weltkulturen eröffnet, und du kommst mit der Leiterin ins Gespräch, die du gerade erst kennenlernst. Du erkundigst dich, welches Ziel hinter den neuen Räumen steht und wen das Museum damit erreichen will, und sagst offen, welcher Teil des Rundgangs dir unnötig umständlich vorkam. Astrologisch spricht daraus der Freimut dieses Aszendenten, auch gegenüber einer Leitung.
Spannungen
Freimut kann gleich zu Beginn einer Bekanntschaft Vertrauen stiften, weil niemand raten muss, woran er bei dir ist. Zugleich beschreibt die astrologische Tradition hier eine Reibung zwischen Ehrlichkeit und Taktgefühl. Eine neue Bekannte erzählt dir von ihrem Plan, eine Buchbinderei zu eröffnen, und deine Bedenken zur Lage sind ausgesprochen, bevor du gemerkt hast, wie lange sie davon träumt. Für das offene Wort spricht viel, für das Gespür für den Augenblick nicht weniger. Wie viel Offenheit der Moment gerade trägt, kann manchmal eine Rückfrage klären.
Eine Islandreise mit Freunden ist gerade beschlossen, und in Gedanken bist du die Route bis zum Gletscher schon abgefahren, während die anderen noch klären, wer die Unterkünfte bucht. Hier begegnen sich großer Plan und kleines Detail, ein Gegensatz, der nach der Deutung zu diesem Aszendenten gehört. Die Weite gibt einem Vorhaben seinen Schwung, und die Einzelheiten machen es erst begehbar; beide Seiten gehören zum Anfang.
Im Zusammenspiel
Vom Aufbruch erzählt der Aszendent Schütze, vom Moment, in dem das Fremde lockt, und nicht von allem, was dich ausmacht. Ein Mond im Krebs kann dem raschen Schritt nach vorn etwa mehr Behutsamkeit geben. Steht dagegen auch die Sonne im Schützen, kann sich die Zuversicht des Anfangs bis in deine Ziele fortsetzen. Zu beiden Stellungen, der Sonne im Schützen und dem Mond im Schützen, gibt es eine eigene Deutung.
Jupiter verdient bei diesem Aszendenten einen eigenen Blick: Sein Zeichen kann zeigen, wie, und sein , in welchem Lebensbereich deine Lust auf Weite besonders deutlich wird; welche Bereiche das sind, beschreiben die zwölf Häuser. Auch ein Planet unmittelbar am Aszendenten kann diese Aufbruchslust dämpfen oder verstärken. Im Zwillinge liegt der dieses Aszendenten, am anderen Ende derselben . In Begegnungen kann dich darum reizen, wer neugierig nachfragt und Einzelheiten bemerkt, die dir im Eifer des Aufbruchs entgehen.
Fragen zum Nachdenken
- Welche Frage stellst du in einer unbekannten Umgebung als Erstes, und was hat sie dir zuletzt eröffnet?
- Mit wem teilst du deine Begeisterung für etwas Neues sofort, und bei wem wartest du lieber ab?
- Was entscheidet darüber, ob du einem neuen Bekannten eine ehrliche Einschätzung gleich sagst oder sie vorerst für dich behältst?
- Wofür nimmst du dir zu Beginn eines Vorhabens Zeit, wenn das Ziel schon greifbar vor dir liegt?
- Wohin zieht es dich, wenn du irgendwo ankommst, wo du noch nie warst, und niemand den Weg vorgibt?